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Europas größte Damast-Schmiede

Limburg-Weilburg. – Auch das gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg: Europas größte Damast-Schmiede. Die Schmiedewerkstätte Markus Balbach aus Weilmünster-Laubuseschbach hat sich auf diese wertvollen und überaus beständigen Metalle spezialisiert und liefert diese in Mengen von weniger als 100 Gramm bis zu mehreren Tonnen in alle Welt – meist zur Herstellung von exklusiven Messern.

Und noch ein Superlativ: Das größte Damaszenermesser der Welt wurde von Balbach hergestellt und in der Fernsehsendung „Galileo“ vorgestellt. Wert des Messers: 40.000 Euro. Landrat Manfred Michel besuchte das aufstrebende Unternehmen, um sich ein Bild von den Besonderheiten dieser Schmiede zu machen, in der es nicht nur um scharfe Schneidwerkzeuge geht.


„Mit filigranen Zierleisten-Intarsien aus Damaszener Stahl haben wir einen kleinen, aber glänzenden Teil zum Show-Car des Phaeton für den Genfer Automobilsalon 2013 beitragen. Die von VW Design aufgegriffene Material- und Oberflächen-Komposition aus handgeschmiedetem Damast-Stahl und schwarzem Klavierlack unterstreicht die Einzigartigkeit des Luxuswagens. Denn jede Zierleiste trägt die Handschrift von manuell bearbeitetem Stahl und wird durch dessen charakteristisches Muster zum Unikat“, sagt Meister Balbach nicht ohne Stolz. Als Systempartner stimmt er den Designern des Phaeton gern zu: „In jedem Detail ein Meisterwerk.“


Vor über 50 Jahren wurde 1963 die Firma Eduard Balbach als Kunstschmiede gegründet. Der Standort im Sauerland besteht noch weiterhin als Familienbetrieb, erläuterte Unternehmenschef Markus Balbach, der mit 22 Jahren schon den Meistertitel erwarb. Seit 1991 gibt es den Standort in Laubuseschbach und damit begann auch die Beschäftigung mit der Produktion des umfangreichen Sortiments an den Verbundwerkstoffen Damaststahl. Material für rund 60.000 Klingen wird heute pro Jahr verarbeitet. Solinger Firmen bestellen relativ viel, und das sind manchmal im Jahr pro Modell um die 4.000 Klingen. „Und wenn eine Firma mehrere Messermodelle im Programm hat, dann summiert sich das dann ganz schön hoch“, freute sich der Damast-Fachmann.
In der Schmiede stehen fünf Freiform-Luftschmiedehämmer unter deren Schlagkraft der Boden vibriert. Zwei jungen Männer ziehen große glühende Damaststahlbrammen unter den Hammer: Funken sprühen, die Schläge dröhnen. „Die Erwärmung der Stähle erfolgt in der Regel über Gas- u. Elektroöfen. Als Besonderheit stehen aber auch mehrere traditionelle Kohle-Schmiedefeuer verschiedener Größen zur Verfügung“, erklärt der Schmiedemeister.


Da der Ursprung der Schmiedewerkstätte im rein traditionellen künstlerischen Kunst-schmiedebereich liegt, ist die Laubuseschbacher Schmiede auch heute noch in der Lage, traditionelle und zeitgemäße Metallgestaltung individuell auf hohem Niveau herzustellen. Bekannt ist auch in der Schmiedeszene der "Balbach-Exklusivhammer", welcher in verschiedenen Ausführungen und Größen vertrieben wird. Ebenfalls ist die Schmiedewerkstätte Balbach als Restaurationsbetrieb anerkannt.
In 2014 werden fünf Azubis in der Fachrichtung Metallgestaltung und Konstruktionstechnik ausgebildet. Darüber freut sich Landrat Michel besonders. Markus Balbach ist selbst auf Bundesebene als Bundesfachgruppenleiter der Metallgestalter im Bundesverband Metall tätig. Mehrere Azubis aus der Schmiede Balbach haben auf Bundes-, Landes- und Kammerebene erste Preise gewonnen. 2012 wurde Markus Balbach der Ausbildungspreis 2012 vom Regierungspräsident Dr. Lars Witteck verliehen.
Aktuell wird die Produktionsfläche um über 2000 Quadratmeter vergrößert.  Eine weitere Krananlage und Stahlkonstruktion ist bereits eingebaut. Neue Schweißroboter und Werkstückpositionierer wurden für spezielle Anwendungen für die Produktion von rostfreiem Damaststahl entwickelt. Alle anfallenden baulichen Arbeiten wurden ausschließlich an Firmen aus der Region vergeben“, erklärte der Unternehmensleiter.

Quelle: Landkreis-Limburg-Weilburg.de